Neue Schulpartnerschaft des PMHG mit der York Country Day School

„Eiköurnkchen“
-„No, no! Eich-hörn-chen“
-„Eick…ornkchen ?“
Wir sitzen in einer gemütlichen, hellen Cafeteria, vor uns ein Teller mit köstlichem Essen und um uns herum coole Leute, die uns gestern noch wildfremd waren. Wir Austauschschüler vom Philipp-Matthäus-Hahn-Gymnasium versuchen, den Amerikanern an unserem Tisch deutsche Wörter beizubringen. Alle, Amerikaner, Deutsche und Lehrer, lachen über die komische Aussprache dieser „harten” deutschen Sprache. Wir haben eine lange Reise quer über den Atlantik und sechs Stunden Zeitumstellung hinter uns. Und jede Sekunde hat sich gelohnt.

Wir alle fanden supernette Gastfamilien. In den zwei Wochen in York, Pennsylvania haben wir eine neue Kultur, ein neues Land und vor allem neue Leute kennengelernt. Unsere amerikanischen Austauschpartnerinnen und -partnern gaben uns einen Einblick in ihr Leben. Nach der Schule begleiteten wir sie bei ihren Hobbys und waren bei Familienfeiern oder Ausflügen dabei. In kürzester Zeit wurden wir Teil unserer amerikanischen Familie. Eine einzigartige Erfahrung!

Wenn uns jemand nach unserer dortigen Schule, der York Country Day School (YCDS) fragt, geraten wir ins Schwärmen. Als Privatschule mit ihren rund 400 Schülerinnen und Schülern vom Kindergarten bis zur Abschlussklasse erscheint sie recht klein. Trotzdem wären wir im riesigen Schulgebäude anfangs alleine verloren gewesen. Nach vier Tagen, in denen wir dort den Unterricht miterleben konnten, war das anders. Für uns hat diese Schule alles, was wir uns wünschen: eine Bibliothek, liebevoll gestaltete Klassenzimmer, kleine gemütliche Schulgärten auf dem Dach, eine sensationelle Schulküche mit großer Auswahl an gutem Essen, inklusive Softeis-Maschine mit Pumpkin Spice Ice (Kürbis-Gewürz-Eis).

Unsere Kreidetafeln gelten dort als ziemlich „old school“. Es wird schon lange viel mit Multiple-Choice-Aufgaben gearbeitet, jeder Schüler kommt täglich mit Laptop. Schon früh stellen sich die Schüler dort ihre Kurse aus einem unglaublich vielfältigen Angebot selbst zusammen. Sie verfolgen regelmäßig Projekte, unternehmen Versuche und kleine eigenständige Recherchen.
Schüler und Lehrer machten einen entspannten Eindruck . Da die Schülerzahl überschaubar ist, darunter auch die Kinder der Lehrkräfte, fühlt sich alles an wie in einer großen Familie. Verstärkt wird dieses Gefühl durch die traditionellen Jahrbücher, die zeigen, wie die Klassen von Jahr zu Jahr mehr zusammenwachsen. Jeden Tag Schule von 8 Uhr bis 15 Uhr, und danach bietet die Schule meist noch ein Freizeitangebot. Wir besuchten dasTennis- oder Fußballtraining, waren in der Technik AG oder bei den Proben des Schultheaters dabei. Die eingeschworeneTheatergruppe, in die wir sofort aufgenommen wurden, führt jedes Jahr mehrere Stücke von klassisch bis modern auf. Mit eindrucksvollem Aufwand: Zwei engagierte Theaterlehrer, ein riesiger Theatersaal, eigene Bühnenbildner und einer Unmenge an Requisiten. Neben der Schule besuchten wir zahlreiche kulturelle und historisch bedeutsame Orte wie das Bürgerkriegsschlachtfeld in Gettysburg und Washington, DC. Auch am benachbarten York College durften wir Kurse besuchen.
Aber das Großartigste: In Amerika hat jeder von uns neue Bekanntschaften gemacht und neue Freunde gefunden, mit denen wir seither weiter jeden Tag Kontakt haben. Vor unserem Austauschbesuch war uns das gar nicht bewusst. Deshalb fiel uns der Abschied auch unglaublich schwer. Der Schulkoch zauberte fürs letzte gemeinsame Dinner eigens ein deutsches Menü. Ein wunderschöner Abend trotz so mancher vergossenerTräne. Bevor wir Abschied nehmen mussten, überreichten uns einige Gastfamilien symbolisch einen Schlüssel für ihr Haus: Wir zählen von nun an zur Familie. Die Herzlichkeit war überwältigend! Aber auch sonst in der Öffentlichkeit ist uns aufgefallen, wie offen, freundlich und hilfsbereit die Leute zumeist waren.

Es war eine fantastische Erfahrung. Wir vermissen unsere Austauschpartnerinnen und -partner und Amerika. Niemand konnte ahnen, dass wir uns so wohlfühlen würden, uns jetzt so eine tiefe Freundschaft verbinden würde. Wir wollten gar nicht mehr zurück. Sollten wir einfach unsere Reisepässe „verlieren" und in Amerika bleiben?
Wir konnten unsere Sprachkenntnisse verbessern, haben vieles über die amerikanische Geschichte gelernt, vor allem aber haben wir neue Freunde gefunden. York bleibt unvergessen, und wir können es kaum erwarten, bis uns die Amerikaner nächstes Jahr besuchen. (Mina Fehrle und Renée Hammer, 10b)